Insektenhotel

An der letzten Stelle unserer „Kunst am Jakobspilgerweg“ befindet sich ein Insektenhotel. Es bildet für etliche Insektenarten unserer Region eine Nist- und Überwinterungsmöglichkeit. Für uns ist es wichtig unsere umgebende  Natur in all seiner Vielfalt und Artenreichtum zu schützen, wozu auch die kleinsten Lebewesen gehören, welche oft als Ungeziefer betitelt werden. Diese Insekten sind allerdings sehr wichtig für die Bestäubung vieler heimischen Pflanzenarten und gleichzeitig ein kostenloser Schädlingsbekämpfer.

 

Die Form unseres Insektenhotels kann den Betrachter durchaus überraschen, denn auch hier hat die Muschelform starken Einfluss auf die Anordnung der Stützbalken. Durch die rundliche Gestaltung des Grundrisses entsteht der Eindruck einer aufrechtstehenden Jakobsmuschel, welche sich harmonisch in das Landschaftsbild der Bachaue eingliedert.

 

 

 (aus www.insektenhotels.de)

Kurze Zeit, nachdem Sie den Wildbienen bzw. Insekten eine Nisthilfe bieten werden sie diese auch beziehen. Dabei kommt es bei den meisten Arten aber darauf an, welche Nisthilfe Sie anbieten.  Aber nicht nur die Nistmöglichkeit ist wichtig, auch die Pflanzen der Umgebung. Sorgen Sie daher für möglichst viel Abwechslung bei den Nisthilfen und der Bepflanzung. Außerdem können Sie den meisten Insekten helfen, in dem in der Nähe eine Wasserstelle und Sand oder Lehm zu finden sind.  Hier nur mal einige Arten, die Ihr neues Insektenhotel beziehen könnten:


Rote Mauerbiene

Rote MauerbieneDie 9-14mm große Rote Mauerbiene ist vielseitig in der Wahl ihrer Nistorte. Man findet sie an Waldrändern und in Hausgärten und wird eine der ersten Besiedelerin Ihres Insektenhotels sein. Hier nutzt sie z.B. markhaltige Äste, durchlöcherte Holz- und Tonblöcke, Lehmwände, Bambusabschnitte und Gitterziegel.  Sie nistet in "Höhlen", die einen Durchmesser von 3-7mm haben und verschliessen ihren Nisteingang mit einem rauhen Mörtel.  Die Rote Mauerbiene ist dunkelbraum, mit einem leichtem grünen Metallglanz. Die Behaarung ist beim Weibchen am Kopf schwarz, in der Mitte hellbraun und am Hinterleib wieder schwarz. Außerdem weist das Weibchen unter den Fühlern zwei Hörner auf. Das Männchen ist gegenüber dem Weibchen etwas kleiner und hat eine gelb behaarte Stirn.  Die Mauerbiene ist eine der ersten Bienen, die im Jahr auftauchen. Sie fliegt ab März-April und ist damit auch sehr nützlich zur Bestäubung der ersten Frühlingsblüher. Dabei ist die Mauerbiene nicht sehr wählerisch. Fast alle Blüten, die ihr genug Nektar und Pollen bieten werden angeflogen.


Gewöhnliche Blattschneiderbiene

BlattschneiderbieneDie 9-12mm große Blattschneiderbienen schneiden mit ihren scharfen Oberkiefern, aus Rosen-, Pappel-, oder Fliederblätter, runde oder ovale Ausschnitte und transportieren sie zusammengerollt zu ihren Nisthöhlen. Ihre Nisthöhlen richten sie in hohlen oder markhaltigen Pflanzenstängeln, morschem Holz oder auch in der Erde ein.  Hier entrollt die Blattschneiderbiene die Blätter wieder und legen sie an die Wand, so dass ein fingerhutartiger Brutraum entsteht. Nachdem die Larvennahrung und ein Ei abgelegt wurde, wird der Brutraum in gleicher Weise wieder verschlossen und der nächste Brutraum davor angelegt. Auf diese Weise enstehen bis zu zwölf Nistkammern, in denen später die Bienenlarven schlüpfen.  Die Gewöhnliche Blattschneiderbiene erkennen sie durch ihren leicht hängenden Hinterleib und die rote Bauchbürste.  Sie ist sehr Anpassungsfähig und nehmen angebotene Nisthilfen sehr gerne an. Der Durchmesser der Nisthilfen sollte 5-6mm betragen, damit die Blattschneiderbiene sie nutzen können.


Gewöhnliche Seidenbiene

SeidenbieneDie Seidenbiene hat eine Körperlänge von 8-9mm und hat einen dichten Haarpelz mit hellen Binden am Hinterleib. Sie gehört, zusammen mit der Maskenbiene, zu den Urbienen, besitzen aber im Gegensatz zur Maskenbiene längere Haare an den Hinterbeinen. Diese werden zum einsammeln von Pollen benutzt.  Sie kleidet Gänge ihrer Nisthöhle, die sie in Lehm-, Sand- oder Steinwände anlegt, mit einem seidenartigem Drüsensekret, welches wasserabweisend ist, aus. Die Gewöhnliche Seidenbiene lässt sich gut anlocken, wenn man entsprechende Nisthilfen und Pflanzen wie Korbblüter, vor allem Rainfarn oder Schafgarbe.  Angebotene Nisthilfen sollten Lehm-, Stroh-, Lehmziegelwände oder Trockenmauern enthalten.


 Maskenbiene

MaskenbieneDie Maskenbiene gehört zu den Urbienen und sammeln Pollen und Nektar im Kropf. Die Maskenbiene hat eine Körperlänge von 5-7mm und einen sehr kurzen Rüssel. Deshalb besuchen sie hauptsächlich offene Blüten wie Rosengewächse, Himbeeren, Brombeere etc.  Die Maskenbiene richtet ihre Brutzellen hintereinander an und nutzt zwischen den einzelnen Zellen ein Drüsensekret als Baumaterial. Es erhärtet sehr schnell und bildet zwischen den Brutzellen hauchdünne, durchscheinende Trennwände. Die letzte Brutzelle wird schließlich mit einer größeren Portion verschlossen.  Sie nistet in allen möglichen Ritzen und Röhren im Mauerwerk oder Lehmwänden. Aber auch Nisthölzer, markhaltige Pflanzenstängel, hohle Pflanzenstängel, Trockenmauern uvm. werden sehr gerne angenommen. Der bevorzugte Durchmesser des Nisteinganges ist 2-4mm.


Große Wollbiene

Große WollbieneDie Große Wollbiene gehört zur Gattunge der Woll- und Harzbienen, und sind durch ihren fast unbehaarten Hinterleib und mit den gelben oder weißen Querbinden, nur schwer von Wespen zu unterscheiden. Die beiden Arten unterscheiden sich vor allem durch ihren Nestbau. Wollbienen raspeln Fasern von Pflanzenstielen ab, rollen sie zusammen und transportieren sie, zwischen Kopf und Vorderbeinen geklemmt, zu ihren Nistpläzten. Mit den Fasern werden dann die Brutzellen geformt.  Harzbienen bauen dagegen ihre Brutzellen aus Kiefern- oder Fichtenharz. Einige Arten nutzen auch zusammengerollte Blattstücke und stützen damit ihre Gänge ab.  Die männlichen Wollbienen sind mit 14-18mm einiges größer wie die Weibchen, die nur 11-12mm groß werden.  Die Männchen besetzen Reviere, in denen sich mehrere von dieser Bienenart bevorzugten Lippenblütler, z.B. Salbei, Rote Taubnessel etc., befinden. Während das männchen vor diesen Pflanzen im Schwebeflug patroulliert, sammeln mehrere Weibchen Pollen, Nektar und Nistmaterial. Kommt ein Nahrungskonkurrent (Hummeln, Honigbienen oder Artgenossen) zu nah, vertreibt das Wollbienen-Männchen diese, in dem es auf seine Gegner zufliegt und kurz vor dem Zusammenprall seinen Hinterleib nach vorne krümmt. Dabei kann es zu Verletzungen an den empfindlichen Flügeln des Angegriffenen kommen, wodurch diese Flugunfähig werden.  Als Nisthilfen kann man für die Große Wollbiene durchbohrte Hartholzscheiben, Totholzhaufen, Banbusröhren etc. anbieten. Wenn auch noch Pflanzen wie Rote Taubnessel, Sumpf-Ziest, Strohblume, Königskerze, Rote Lichtnelke angeboten werden lassen sie sich sehr leicht in den Garten locken.


Gemeine Florfliege

FlorfliegeFlorfliegen gehören zu den Netzflüglern und kommen in Deutschland mit zweiundzwanzig Arten vor. Sie hat hauchdünne, mit einem dichten, grün-transparenten Adernetz durchzogene Flügel. Erwachsene Florfliegen ernähren sich von Pollen und Nektar oder auch von verschiedenen, pflanzensaugenden Schadinsekten. Die Larven ernähren sich dagegen ausschließlich von Blattläusen, die sie aussaugen. Dabei vertilgt eine Larve am Tag bis zu zehn Blattläuse.  Dadurch werden gezüchtete Florfliegeneier gezielt gegen Pflanzenschädlinge eingesetzt, indem sie, mit Wasser angerührt, direkt auf die befallenen Pflanzen gesprüht werden.  Die Florfliege benutzt zum Überwintern gerne ein spezielles Quartier, in das sie sich zu Beginn der kalten Jahreszeit zurückziehen.  Solch ein "Florfliegenkasten" ist meistens rot gestrichen, da die Florfliege von dieser Farbe besonders angezogen wird. Gefüllt ist dieser Kasten mit Stroh und ist mit lamellenartigen Einflugschlitzen verschlossen.  Hier können die erwachsenen Tiere dann von Mitte September bis in den nächsten Frühjahr überwintern.


Ohrwürmer

OhrwurmOhrwürmer sind Nachtaktive Tiere, die man nur selten zu Gesicht bekommt, da sie sich Tagsüber unter Steinen, Baumrinden, Brettern etc. verstecken.  Die meisten Ohrwürmer könnten fliegen, haben aber nur verkümmerte Flügel. Selbst Exemplare mit gut ausgebildeten Flügel werden nicht davon fliegen, da die Flügel unter den Flügeldecken ziemlich kompliziert zusammengelegt sind.  Die Angst vor seiner "Hinterleibszange" bei den meisten Menschen ist völlig unbegründet, da sie niemals genug Kraft hat um durch unsere Haut zu "zwicken". Für ihn ist diese Zange aber für die Fortpflanzung lebensnotwendig, denn er hält mit ihr seine Partnerin in Position.  Ohrwürmer kümmern sich sehr fürsorglich um ihren Nachwuchs, indem sie die etwa fünfzig Eier regelmäßig wenden und sogar an einem anderen Ort verstecken. Auch um die Larven kümmert sich das Ohrwurmweibchen. Sie holt ihre Zöglinge wieder zurück, wenn sie sich zu weit vom Nest entfernt haben und verteidigt sie gegen Feinde.  Da Ohrwürmer oft an Stielansätzen von Äpfeln "erwischt" werden, wird ihnen nachgesagt, dass sie die Schale anknabbern. Allerdings nutzen sie den Apfel nur als sicheres Versteck.  Ohrwürmer vertilgen große Mengen an Blumen- und Minierfliegen, Schild- und Blattläusen und sollten daher auf keinen Fall aus dem Garten vertrieben werden. Helfen kann man ihnen, indem man ihnen ein mit Holzwolle oder Stroh gefüllten Unterschlupf anbietet. Dieser sollte nicht in der prallen Sonne stehen und im zeitigen Frühjahr aufgestellt werden. Die Quartiere können dann ganzjährig im Freien stehen und brauchen nicht gereinigt werden.

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